Welpenerziehung – ein persönlicher Ratgeber

Daniels ganz persönlicher Welpenerfahrungsbericht.  (Teil 2)

 

Unzählige Artikel über die Welpenerziehung sind im Internet, aber auch in Büchern zu finden, und klären uns darüber auf, was wir tun können/ sollten, wenn ein Welpe bei uns einzieht. Vermutlich könnte ich Wochen damit verbringen, mich bestmöglichst auf den Einzug und die Welpenerziehung vorzubereiten, wenn ich alles durchlesen würde. So schwierig ist es aber gar nicht, wenn man sich an ein paar Dinge hält. Sich vorab zu informieren -und das sage ich ganz deutlich- ist nicht nur sinnvoll, sondern auch absolut empfehlenswert. Ob es einer oder mehrere Artikel im Internet sind, verschiedene Bücher, Informationen beim Züchter einzuholen auch über die Rasse oder sich von einem Hundetrainer vor Ort beraten zu lassen, bleibt jedem selbst überlassen. Vorabinformationen und Kenntnisse über einen Welpen, einen Hund, einem Lebewesen sind unabdingbar und manch einer würde vom Welpen- oder Hundekauf dann vielleicht Abstand nehmen, und unsere Tierheime wären nicht so überfüllt.

Dadurch, dass viele Informationen allgemein und meist nicht auf den individuellen Welpentyp zu geschnitten sind, möchte ich Euch hier anhand des lebendigen Beispiels von meinem neuen Welpen Ripley einige Tipps geben, was Ihr beachten solltet, wenn ein Welpe bei Euch einzieht.

Fragen über Fragen!

Beginnen wir mit der Auswahl der Rasse! Oder doch lieber einem Mischling?

Möchte ich einen sportlichen Hund oder lieber den gemütlicheren Typ?

Passt eher ein großer Hund zu mir oder möchte ich einen kleinen? Beide Hundetypen, ob groß oder klein, haben ihre Vor- und Nachteile. Der schwarze große Hund kann abschreckend auf andere wirken – auf den kleinen, zerbrechlichen Hund muss ich ganz anders aufpassen.

Welche Charaktereigenschaften sollte der Hund mitbringen? Soll es

ein Jagdhund,

ein Terrier,

ein Hütehund,

ein Stöberhund,

ein Wasserhund,

ein Apportierhund oder

ein Gesellschafts- und Begleithund sein oder ein anderer?

Fragen über Fragen?

Im Internet gibt eines Liste der FCI Hunderassen mit den verschiedenen Eigenschaften, die bei der Auswahl der Rasse eine Entscheidungshilfe sein können.

Wie sieht Euer Leben aus?

Inwieweit seid Ihr bereit dazu Euer, Leben den Bedürfnissen des Hundes anzupassen oder besser umzuändern?

Habe ich Lust, Geduld und auch die finanziellen Möglichkeiten, mich für vielleicht 15 Jahre an einen Hund zu binden?

All diese Fragen sind meiner Meinung nach vor der Anschaffung eines Hundes zu beachten. Und bis zur Beantwortung all dieser Fragen ist der Welpe noch nicht einmal bei uns eingezogen.

Bei meinem vierten Hund waren all diese Fragen nicht so schwer zu beantworten. Es sollte wieder eine kleine Münsterländerin werden, denn für uns war klar: immer wieder nur eine Hündin (auch diese Frage ist zu überdenken, auch selbst wenn es hier nur um eine 50/50-Abwägung geht) und wieder ein Jagdhund. Das passt bei uns einfach. Selbstverständlich muss man auch Sympathie für die ausgewählte Rasse haben. Aber was nützt einem die Vorliebe für einen Molloser, wenn ich in der 5. Etage auf 40 qm wohne, einen Mini als Auto fahre und das Geld für das Futter nicht habe. Hier empfehle ich seine Vorlieben nicht aufzugeben und nach möglichen Alternativen für die gewünschte Hunderasse zu suchen. Wenn eben nicht der Molloser – wie wäre es dann mit einer Bulldoggen-Art, oder einem Boston Terrier oder einem Mops. Was Loriot zu dieser Hunderasse gesagt hat, wissen wir alle:-).

Wie schon im ersten Teil gesagt, ist keiner meiner Hunde von einem VDH-Züchter. Trotz meiner Hundeerfahrung und meiner langjährigen Arbeit als Hundetrainer gibt mir kein Kleiner Münsterländer-Züchter aus dem VDH einen seiner Hunde. Ich bin kein Jäger. Auch wenn ich die Zuchtziele einiger VDH-Züchter nicht nachvollziehen kann, bleibt mir nichts anderes übrig, als diese zu akzeptieren und trotzdem nach einem Kleinen Münsterländer aus einer Hobbyzucht Ausschau zu halten. Hier scheiden sich die Geister, ob es sinnvoll ist, aus den Annoncen im Internet nach einem Welpen einschlägiger Seiten zu suchen oder eben doch nur bei einem eingetragenen Züchter den Welpen zu kaufen. Ich habe vier mal einen Welpen aus dem Internet oder einer Zeitungsannonce gekauft und jedes Mal waren wir mehr als zufrieden. Hier gilt aber: VORSICHT und Augen auf! Die Welpenmaffia ist hier sehr aktiv. Lasst die Finger von einem Welpen, wenn Euch Euer Bauchgefühl schon dazu rät.

Seht Ihr wie viele Fragen es sind, bevor der Welpe einzieht?!

Dann endlich kommt der langersehnte Tag und der Welpe wird abgeholt. Die Wohnung ist schon Tage vorher welpensicher gemacht worden, Körbchen, Spielzeug, Näpfe und Leine und Halsband sind gekauft und die Vorfreude ist grenzenlos. Ein paar wenige Tipps zur Sicherung in der Wohnung. Steckdosen sollten mit einer Abdeckung versehen und eventuell sollten wertvolle Gegenstände in den Keller geräumt werden. Der Welpe steckt seine Nase nämlich überall rein und etwas umschmeißen kann der Welpe auch oft besonders gut. Ist uns etwas wichtig und heilig (auch Schuhe), räumt es vorher weg. Wenn etwas kaputt geht, was für Euch wertvoll war, dann war das nicht die Schuld des Welpens, denn der Welpe macht nichts aus böser Absicht. Also so viel müsst Ihr gar nicht beachten, um die Wohnung welpensicher zu machen. Am Anfang solltet Ihr ja eh immer bei dem Welpen sein und Urlaub haben.

Als wir bei den Hobbyzüchtern von Ripley angekommen sind, war ich positiv überrascht. Es war strahlender Sonnenschein und unser Welpe war bei der Züchterin im Garten und sie war gerade dabei, die Wäsche aufzuhängen. Ein bisschen von der Unbeschwertheit, von der ich im ersten Teil schon berichtet hatte, machte sich breit. Nach einer herzlichen Begrüßung sind wir dann zu den anderen Welpen (von 11 Geschwistern waren noch sieben da) in einem anderen Bereich des Gartens gegangen. Die Elterntiere waren auch beide bei den Welpen und haben sich hervorragend um ihre Nachkömmlinge gekümmert. Die Mutter lag mit ein paar ihrer Welpen im Schatten, kuschelte und spielte mit ihnen; andere wiederum beschäftigten sich untereinander und der Vater wurde von der Mutter auf Abstand gehalten. Er hatte aber auch genauso viel Spaß beim Spielen mit seinem Nachwuchs. Der Vater sowie auch die Mutter haben die Kleinen bei einer Grenzüberschreitung angemessen gemaßregelt. Es hatte den Anschein, dass die ersten Wochen insgesamt sehr positiv verlaufen sind und den Welpen und auch unserer kleinen Ripley viele positive Eigenschaften durch die Eltern mitgegeben wurden. Die Züchter waren sehr herzlich und haben sich aufopfernd um die 12 Welpen gekümmert. Beim Abschied hat man das besonders gemerkt. Sie machten noch Fotos von uns und Ripley und sich selbst und waren den Tränen nah, als wir uns verabschiedeten. Es war der Hauch des Unbeschwerten sowie die liebevolle Fürsorge, ohne sich großartig Gedanken gemacht zu haben, der mich mit einem guten Gefühl zusammen mit Ripley davon fuhren ließ.

Die Welpenzeit begann. Welche Erfahrung und welche Tipps ich Euch bei der Welpenerziehung geben möchte, lest Ihr im Teil 3 (am 31.07.2018).

 

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