Welpenerziehung- ein persönlicher Ratgeber

Daniels ganz persönlicher Welpen-Erfahrungsbericht (Teil 1)

Vor kurzem ist bei uns ein neuer Welpe eingezogen und ich hatte völlig vergessen, wie stressig diese Zeit ist. 2003, im Jahrhundertsommer, kam der erste Welpe. Ein brauner Labrador namens Bishop zu uns. Unbedacht und voller Vorfreude haben wir aus der Zeitung einen Züchter in Ascheberg angerufen und nach dem aktuellen Wurf gefragt. Wir sind noch am selben Tag dort hingefahren und kamen mit dem kleinen braunen Welpen abends wieder zurück. Genauso sollte man sich eigentlich keinen Hund anschaffen. Wie sich aber zeigen sollte, hatten wir enormes Glück mit diesem Hund gehabt. Selbst die Welpenzeit war unproblematisch oder besser sie wurde nicht so akribisch organisiert und vorbereitet. Er war einfach da. Rückblickend glaube ich, dass diese Unbeschwertheit ein besserer Begleiter war und insgesamt bei der Welpenzeit ist, als alles genau zu planen.

In der ersten Nach ließen wir ihn im Wohnzimmer allein: problemlos – kein Gejammer!

Stubenreinheit innerhalb von ca. drei Wochen durch (wobei viel daneben *ehm rein ging). Alleinebleiben ab dem ersten Moment keine große Sache. Wobei hier möchte ich aber erwähnen, dass der Jahrhundertsommer 2003 uns in die Karten spielte: Es war einfach zu heiß und Bishop wollte eh nur schlafen.

Das Anknabbern von Mobiliar/ Türen und sogar Wänden war eher unerfreulich. Auch der Gehorsam ließ zu wünschen übrig – aber all das stresste mich irgendwie nicht. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber auch noch Student und es gab keine Zeitnot (wie die meisten es jedoch wohl haben werden), wenn sie sich einen Welpen ins Haus holen. In zwei Wochen ist es nicht zu schaffen, den Welpen an einen eigenen Alltag zu gewöhnen.

Der zweite Welpe, um farblich ein Statement zu setzen ein heller Labrador namens Pepe, kam dann fünf Jahre später dazu. Hier habe ich erfahren, dass ein Welpe Stress bedeutet – und zwar puren Stress! Trotz meiner damaligen Erfahrung habe ich vieles falsch gemacht. Ich denke, dass es an dieser Stelle auch mal wichtig ist, dass selbst die erfahrensten Hundebesitzer oder Trainer bei jedem neuen Hund/ Welpen auch Fehler machen/ machen können. Als erstes war Pepe ein Welpe, der von Seiten der Hobbyzüchter (keiner meiner Hunde hat VDH Papiere) völlig verhätschelt worden war und somit mit anderen Personen Riesenschwierigkeiten hatte. Er ließ sich nicht anfassen von uns – den neuen anderen Personen. Wie sollte ich damit dann direkt mit der Stubenreinheit anfangen? Dies ließ jedoch nach ein paar Stunden nach und Pepe gewöhnte sich auch an unsere Hand. Insgesamt aber war das Thema Stubenreinheit ein harter Brocken. Sprechen wir besser nicht darüber! Widmen wir uns lieber dem wichtigen und für mich dem wichtigsten Thema: dem Alleinebleiben. Auch hier habe ich viele Fehler gemacht und vielleicht auch deswegen war das Training und der daraus resultierende Erfolg eher als schleppend zu bezeichnen. Bishop war uns dabei sicherlich eine große Hilfe. Er strahlte Ruhe aus und war so selbstsicher, dass es eventuell auf Pepe einen Einfluss hatte. Zumindest beim Alleinebleiben. Mit der Zeit konnten Pepe und Bishop zusammen alleine bleiben. Dies war das wichtigste für uns, denn meine Studentenzeit war vorbei und in den fünf Wochen Urlaub, die wir hatten, mussten die Hunde für mindestens drei Stunden alleine bleiben können. Aber auch ganz viel Unsinn hatte Pepe angerichtet. Inwieweit Pepe damals, als sie alleine waren, Bishop genervt hat, kann ich nicht sagen. Webcams aufzubauen, um nachzusehen, was die Hunde machen, wenn sie alleine sind, war damals noch nicht so hip wie heute.

Im Grunde war das auch gar nicht nötig, denn wir haben es ja gesehen, was Pepe als Welpe angerichtet hatte:

  • Teppichbordüren angeknabbert,
  • zwei Körbchen völlig zerstört,
  • Altglasflaschen umgeräumt (naja das war ja noch ganz witzig),
  • Essen aus dem Mülleimer geklaut, sogar zwei Schokoladennikoläuse vom Sideboard runtergeholt
  • und samt der Alufolie verputzt.
  • Bücher im Gesamtwert von über 250 Euro zerstört,
  • DVDs
  • Fernbedienungen
  • Hausschuhe
  • Gürtel.

Ein richtiger Welpe eben. Denn auch das muss hier gesagt werden: Wer die Welpenzeit unbeschadet übersteht, hat sehr viel richtig gemacht oder eben Glück. Eventuell wurde sogar die Hundebox genutzt, um somit die Phase des Zerstörens und Klauens, ohne dass etwas kaputt geht, zu überstehen.

Die Hundebox hatten wir bei Pepe eben noch nicht! Selbst nach über fünf Jahren mit dem Umzug ins Eigenheim hat er einen Adventskranz mit roten Kerzen aufgefressen *kopfschüttel. Wir dachten diese Phase wäre schon lange vorbei, aber da lagen wir falsch. Drei Tage hatten wir etwas von diesem Spektakel: Pepe kackte rot :-).

Für mich war klar, dass ich keinen Welpen mehr wollte. Die wenige Zeit, die wir für einen weiteren Welpen haben werden, ist durch unsere Arbeit und den wenigen Urlaub möglicherweise zu knapp bemessen. Und diesen Stress wollte ich selbst über Jahre hinweg nicht noch mal erleben. Gute weitere fünf Jahre später kam dann Ling woo, eine kleine Münsterländerin zu uns. Ich hatte das Trauma überstanden *lacht mich ruhig aus :-).

Ich war besorgt, ob Ling genauso stressig wird wie Pepe. Der zweite Hund wird nach meiner Erfahrung häufig schwieriger. Vielleicht hat das auch etwas mit der Unbeschwertheit zu tun, die viele beim ersten Hund haben. Aber oft genug geht es auch gut. Das habe ich dann auch bei Ling erfahren. Sonja sagte mir damals, dass der nächste Hund nicht alleine nur durch meine Professionalität, sondern auch insgesamt einfacher wird. Der neue Welpe wird schlichtweg so mitlaufen und sich dadurch auch schneller an unser Leben gewöhnen. Und genau das traf auch so ein. Das soll aber nicht bedeuten, dass die Welpenzeit bei Ling ohne Probleme ablief. Um das Thema (für uns das wichtigste) Alleinebleiben anzugehen, nutzte ich die Hundebox. Eine neue Trainingseinheit, die ich vorher ja noch nicht kannte. Damit hatte Ling leider große Probleme. Die Akzeptanz des eigentlich sicheren Rückzugsortes ließ zu wünschen übrig. Hier habe ich wiederholt viele Nerven gelassen, denn trotz kleinschrittigem Aufbau war das nicht ihr Lieblingsort. Wir hatten uns von Anfang an dazu entschlossen, die Box zu nutzen, um genau die wichtigen Welpenthemen postitiv zu unterstützen: Stubenreinheit, Alleinebleiben, aber auch insbesondere, dass Ling die anderen beiden Rüden nicht nervt. Spätestens in der Zeit der Läufigkeit hätten wir eine Trennung der Hunde benötigt, denn unsere Rüden hätten trotz Kastration Ling woo, wenn sie alleine gewesen wären, vermutlich vergewaltigt. Und da waren wir selbstverständlich in der Verantwortung dieses zu unterbinden. Dadurch, dass die Läufigkeit nicht genau datiert werden kann *wer hätte das gedacht, war Urlaub also auch keine Alternative. Bis nach der ersten Läufigkeit haben wir Ling während des Alleinebleibens in der Box gelassen. Nach anfänglichen Problemen hatte Ling sich daran gewöhnt und sie akzeptierte die Box völlig.

Jetzt haben wir 2018 und unser vierte Welpe ist vor kurzem eingezogen. Ripley, eine kleine Münsterländerin. Wie immer sind wir überglücklich, erfreuen uns an diesem süßen kleinen Leben und haben viel Spaß mit ihr, wie wir ihn mit den anderen natürlich auch hatten, trotz des ganzen Stresses. Wie Ihr stressfrei durch die Welpenzeit kommt und wie Ihr euch die Welpenerziehung erleichtert, erfahrt Ihr in Kürze (17.07.2018) im nächsten Teil von: Welpenerziehung leicht gemacht und ohne Stress!

 

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