Wilson der AntiAussie

Wilson – Der AntiAussie – Teil 16

Das Hefeteiggate (2)

Den Spaziergang mit dem Hundewerk haben wir dann einfach gemacht. Trotz mittelmäßigem bis lautstarkem Protest des Tieres sich überhaupt aus dem Badezimmer zu bewegen, wo es sich aus Angst vor meiner Missgunst ob des Diebstahls und Verzehrs der Teigrohlinge verschanzt hatte. Der Spaziergang selbst lief sogar ganz gut. Das Müdi verbrachte zwar erwartungsgemäß die meiste Zeit im Busch – das Bäuchlein schien also doch etwas zu protestieren – aber es ereigneten sich keine boshaften Übergriffe auf Artgenossen, die er für sein Unglück (namentlich: den Aua-Bauch und Miras Zorn) verantwortlich zu machen wagte.

Auf dem Rückweg hatte ich aus der Not heraus Laugenbrötchen als Mitbringsel für meine Einladung erworben und schickte das Müdi ohne Abendessen ins Bett. Erschreckenderweise hatte der nach Ankunft auch gleich wieder das Bad aufgesucht und sich nicht, wie üblich, vorm Kühlschrank platziert. Dabei dachte ich, die Bestrafung wäre so genial. Mit Hausarrest kann man dem schließlich nicht kommen, das wäre eher die Erfüllung all seiner Träume!

Da ich natürlich nicht aus Stein bin und mir mein Müdi mit dem schlechten Gewissen und den Bauchschmerzen trotz Hundesitter nicht aus dem Kopf gehen wollte, hielt ich es keine zwei Stunden auf der Feier aus. Bei meiner Heimkehr wurde ich dafür allerdings nicht durch einen erfreuten Wilson an der Tür entlohnt, nicht ungewöhnlich, bedenkt man den Schweregrat seines Verbrechens. Also rief ich ihn, um das Kriegsbeil endgültig zu begraben und den Abend gemeinsam auf dem Sofa ausklingen zu lassen. Als Müdi dann zu mir kam, musste ich schwer schlucken. Das Tier schlich mit gesenktem Kopf aus dem Schlafzimmer heraus und schwankte! Ich glaube, das ist sogar zu wenig gesagt, es torkelte regelrecht auf mich zu und kippte dann seitlich auf den Fußboden.

Nach schnellem Abtasten konnte ich feststellen, dass der Bauch ganz aufgebläht war und krampfte. Trinken wollte es nicht und laufen konnte es kaum. Dennoch beschloss ich die Nacht abzuwarten und erst am Morgen, wenn nötig in die Klinik zu fahren. So viel Hefeteig in so einem kleinen Bauch kann auch den stärksten Hund zum Jammern bringen, und da mein Exemplar eher zu den schwächlichen Leidenden gehört, versuchte ich mir nicht allzu große Sorgen zu machen. Um allerdings sofort handlungsfähig zu sein, sollte sich die Lage verschlechtern, schlug ich mein Lager auf dem Fußboden auf und streichelte das Tierchen in den Schlaf. Ich selbst hielt Wache, denn dann und wann wachte es auf und jammerte, versuchte zu gehen, kippte um und einmal musste es sich sogar übergeben. Nun wurde ich langsam panisch, denn, als ich Papier holte, um das Malheur zu beseitigen, war mein armes Müdilein in seinem Erbrochenen liegen geblieben und wieder eingeschlafen. Ab diesem Punkt war klar, sobald die Sonne aufgegangen wäre, würde ich Kontakt zu Sonja aufnehmen, meinen Müdi einpacken und in die Klinik fahren!

In derlei Momenten weicht aller Zorn der Sorge um das Müdi-Tier. Denn das Dummerchen soll schließlich noch lange bei mir bleiben und uns viele lustige Bloggeschichten liefern! Da kann und darf ein weiterer Versuch des Suizides einfach keinen Erfolg bringen!

Fortsetzung folgt am 29.05.2018

Autor: Mira Weidhaas

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3 Gedanken zu “Wilson – Der AntiAussie – Teil 16

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