Verlieren wir das Gefühl für den Hund?

In der letzten Zeit habe ich das Gefühl, dass die Hunde zunehmen, die übertrieben aggressiv oder ängstlich, ja fast hysterisch in Situationen reagieren, die eigentlich Nichtig sind. Hunde, die mit ihrem Alltag und dem sozialen Miteinander völlig überfordert sind.

Da ist der Terrier, der es nicht erträgt, wenn die Hundehalterin auch nur 5 Meter weiter von ihm weg steht und sie durch einen Zaun getrennt sind. Oder der Australien Shepherd, der seine Hundehalter nicht mehr aus der Küche rauslässt und dieses Vorhaben auch bissfest unterstreicht, wenn es doch jemand wagt. Der Viszla, der schier ausflippt wenn man weitergehen möchte, er aber mit seiner Schnüffelstelle noch nicht fertig ist. Der Boxer, der seine Hundehalter den ganzen Tag auf Trab hält und anfängt zu randalieren, wenn sie ihn nicht beschäftigen.
Das sind nur die einfachen Felle Fälle aus unserer kleinen, (fast) noch heilen Welt.

Einrichtungen zur Resozialisation von Hunden, wie z.B. Start ins -neue- Leben, Camp Küstenköter oder die Hellhound Foundation haben Hochkonjunktur. Jede dieser Einrichtungen hat lange Wartelisten von Hunden, die beschädigend gebissen oder sogar getötet haben. Schon längst sind diese Hunde keine Einzelfälle mehr. Ein Bedarf an solchen Resozialisierungsprogrammen wächst zunehmend.
Jeder der Kollegen*innen dort verdient den größten Respekt, bringen sie sich doch Tag für Tag wieder in Gefahr, um Hunden zu helfen; Hunde mit denen die Hundehalter heillos überfordert waren, deren Zukunft sonst ein Leben in einem Tierheimzwinger wäre. Im schlimmsten Fall drohte die Euthanasie.

Die meisten dieser Hunde waren in einer Hundeschule, von frühster Welpenzeit an. Sie beherrschen ein perfektes Sitz, Platz und Fuß gehen. Meist so gut, dass ich ganz blass und neidisch werde, da meine Hunde das nicht können. Zumindest nicht in dieser Perfektion. An diesen Grundkommandos hapert es also nicht. Sozialkontakte, grüne Wiesen und ganz viel Liebe wurde ihnen in ihrer Welpen und Junghundzeit auch gegeben. An einer schlechten „Kindheit“, kann es also auch nicht liegen.
Doch was läuft so gewaltig schief, dass immer mehr Hunde nach Beissvorfällen im Tierheim landen. Dass Kollegen von massiven Übergriffen und von Hunden die völlig außer Rand und Band sind berichten? Dass Hundehalter verzweifelt sind, da sie ihren Hund nicht stoppen können. Nicht wissen wie sie ihrem Hund Herr werden, der über Tische und Bänke geht, sie drangsaliert, einschränkt und teilweise auch verletzt. Hunde, die sediert werden müssen, um eine Zecke zu entfernen oder die Krallen zu schneiden.

Sitz, Platz, Fuß sind sicher nette Kunststücke und brauchbare Tools im Zusammenleben mit dem Hund. Aber ist das wirklich unsere Antwort, wenn es um Hundeerziehung geht? Sind nicht andere Dinge viel wichtiger?
Dinge wie Geduld, Frust aushalten, Grenzen akzeptieren, Impulskontrolle, zur Ruhe kommen, Konfliktfähigkeit? Fähigkeiten, die unser alltägliches Miteinander gestalten und eine soziales Zusammenleben ermöglichen.

Wir sollten aufhören um die Hunde herum zu schleichen, immer mit der Angst etwas falsch zu machen, sie stehts und ständig in Watte zu packen – bloß keinen Stress- oder ihnen immer ihren Willen zu lassen. So funktioniert ein soziales Zusammenleben nicht, da gibt es Zeiten in denen man Hund sich einfach mal zurück nehmen und gegebenenfalls auch Frust aushalten muss.

Es ist wieder an der Zeit authentisch mit den Hunden umzugehen. Klar verständliche und faire Grenzen zusetzen, diese selber auch einzuhalten und Verantwortung dem Hund gegenüber zu übernehmen. Ein „Nein“ auch so zu meinen und nicht immer ein „Na gut, dann halt doch“ draus zu machen. Dem Hund eine soziale Stütze und vertrauensvoller Partner sein, der auch Verantwortung übernimmt und einen verlässlichen Rahmen schafft.

Wir sollten aufhören unsere Hunde zu dressierten Affen zu degradieren und endlich wieder anfangen sie zu erziehen!

 

Wir stehen für gute Hundeerziehung – HundeWerk.net

 

Autor: Sonja Stammer

Bild: Antje Hachmann

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37 Gedanken zu “Verlieren wir das Gefühl für den Hund?

    1. Schön, dass jemand auf diese Problematik hinweißt! Und da stimme ich voll zu, dass es leider immer mehr davon gibt und dass etwas dagegen gemacht werden muss.
      Was ich allerdings (mittlerweile) völlig daneben finde, ist die angebotenen und in den Köpfen der Hundehalter und Hundeerzieher gefestigte angebliche Lösungen. Die behandeln nämlich nur die Symptome, nicht aber das Grundübel! Wenn ich von „Frust aushalten, Grenzen akzeptieren“ oder „nicht immer ihren Willen lassen…klare Grenzen setzen“, dann wird mir Angst und Bange! Denn genau DAS sind die Gründe, die einen Hund irgendwann austicken lässt! Das ist nämlich ein falsches Verständnis von einem Miteinander mit einem Hund. Das ist ein „Ich Chef, du Sklave“-Verhältnis!
      Und das funktioniert bei keinem Lebewesen, auch bei uns Menschen nicht! Stellt euch nur einmal vor, euer Vorgesetzter drangsaliert und beschränkt euch ständig, eine Zeit lang geht es gut. Aber irgendwann läuft das Fass über und selbst der gutmütigste Mensch rastet dann irgendwie aus, macht etwas, was er vielleicht so vorher nie gemacht hatte.
      Warum erwartet man das beim Hund anders? Warum soll ein Hund den „Frust aushalten“, was beim Menschen schon nicht funktioniert? Meint man, ein Hund ist ein niederes Wesen, nur weil wir mehr denken können?
      Solange die ganze veraltete klassische Denkweise in der Hundeerziehungs-Maschinerie in dieser Richtung beibehalten wird, solange wird es diese Problematik weiterhin geben. Solange wird weiter an den Symptomen mehr oder weniger herum gedoktort und dickes Geld verdient.
      Ich bin zum Glück für mich und meinen Hunden auf eine andere Denkweise gestoßen und bin umgeschwenkt, weg von dieser mit klassischen Beschränkungen und Befehlen diktierten Erziehung. Und siehe da, alles, was jeder sich von seinem Hund wünscht, klappt bei uns (und bei vielen anderen), völlig stressfrei, mit totalem gegenseitigem Vertrauen – ein GEMEINSAMES Zusammenleben, ein RICHTIGES Miteinander!

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      1. Symptombehandlung hat noch nie geholfen.
        Um bei dem Beispiel „Firma“ zu bleiben. Ein guter Chef, versklavt seine Mitarbeiter nicht. Er hat es überhaupt nicht nötig Druck und Frust aufzubauen. Trotzdem hören die Mitarbeiter auf ihn, schenken ihm und seinem Unternehmen ein Stück Lebenszeit. Dafür können sie aber auch Sicherheit und ein Auskommen erwarten.
        Wir verstehen vermutlich unterschiedliche DInge unter Frusttolleranz. Denn diese ist auch in unserer Gesellschaft und sozialen Gefüge sehr wichtig. Ich bin mir sicher, dass Ihre Frusttoleranz funktioniert und Sie die 5 Minuten ausgehalten haben, die ich benötige um eine Antwort zu verfassen, ohne aus der Hose zu hüpfen 😉 und das fehlt bei immer mehr Hunden. Klare Grenzen setzen…hört sich ersteinmal schlimm an – da gebe ich Ihnen recht – aber hier geht es um Verlässlich- und Verbindlichkeit, das schafft Vertrauen. Einen Mensch der sich wie ein Fähnchen im Wind bewegt und seine Grenzen immer wieder selber einreist, kann ich nicht ernst nehmen …und ein Hund ganz bestimmt auch nicht.

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  1. Ich habe mal eine total verzogene Mopshündin mit 4 Jahren von meiner Freundin übernommen. Die hat immer gebellt für jede Kleinigkeit, lief meiner Freundin den ganzen Tag hinterher und sie konnte nie Tiersendungen im Fernsehen schauen, weil der Hund dabei immer lautstark bellte. Bei mir gab es klare Ansagen und meine Freundin konnte es kaum glauben, wie sehr sich ihre Hündin bei mir verändert hatte. Ich konnte sie in jedes Restaurant mitnehmen. es gab nie Ärger, ich konnte so viel Tiersendungen schauen wie ich wollte, auch da hörte man keinen Mucks von ihr und ihre Erzfeinde, die Schäferhunde interessierten sie nicht mehr. Leider ist sie Anfang 2017 an Krebs gestorben.

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  2. Das ist alles wunderbar geschrieben und auf viele Arten wahr. Tatsache ist, dass Menschen Hunde zu sich nehmen, von denen sie Verhalten erwarten, welches an «Lassie-Zeiten» erinnert. Es geht nicht darum, die Hunde zu erziehen, aber auch. Es geht vor allem darum, die Menschheit für das Wesen «Hund» zu sensibilisieren. Herkunft, Trächtigkeit, Kinderstube, Stresslevel, Hormone, Passung, Fütterung etc. gehören berücksichtigt. Dass Hundekinder eigentlich von ihrer Mutter nicht verkauft würden, hätte sie denn die Wahl, ist ein Riesenproblem. Ich nenne es «Heidi-Syndrom», nämlich Heimweh. Wie soll man also erwarten, dass Hunde, die von ihren Müttern getrennt werden, oder irgendwoher zwangsemigriert werden, einfach still und leise Gehorsam sind? Die Erwartungen sind zu hoch für das, was wir als Gesellschaft zu leisten im Stande sind.

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      1. Gern geschehen. Seit 1997 habe ich Welpengruppen geleitet. Durch die zum Glück endlich laufenden, z.T. vergleichenden Verhaltens-Forschungen an Hunden ist viel mehr Wissen verfügbar. Meiner Erfahrung nach sind Welpen ab der 13. Lebenswoche eher bereit, sich in eine neue Situation einzufügen, da sie ja bis zur ca. 16. Lebenswoche ortsgebunden sind. Was also passiert, wenn wir sie wegnehmen? Biologisch nicht vorgesehen, fallen sie fast alle in ein Trauerloch, was dem «Heimweh» entspricht. Gut ist es, wenn sie nach 14 Tagen im neuen Heim wieder einen Besuch bei der Hundemama machen können. Danach gibt es so was wie eine innere Balance und die Sicherheit, dass die Familie/Mama noch lebt. Denn eigentlich «übernehmen» wir keine Welpen, sondern wir entführen sie. Früher wurden Hundewelpen vielleicht von Hof A an Hof B und C verschenkt. Sie wurden viel später abgegeben und trafen dann, wenn sie über die Felder liefen um Mäuse zu fangen, ihre Eltern wieder. Heute holt man Welpen von USA und überall her. Es gibt auch Hunde, die ihr Wachstum nach dem Schock einstellen. Genau wie Menschen auch. Meiner Meinung nach müssten wir uns um Welpen und ihre Mütter viel mehr kümmern und sorgen, als dies allgemein getan wird. Deshalb ist Aufklärung und Wissen zu vermitteln, aktiver Tierschutz.

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    1. Das würde ein Stück weit erklären, warum die Welpen, die beim Züchter bleiben eigentlich immer die Schönsten und Gesündesten sind? Fakt ist, die Kleinen brauchen tatsächlich eine ganze Zeit zum ‚Ankommen‘! Allerdings geht es dabei weniger um die Mütter, denn die interessieren sich ab der 7. Woche deutlich weniger für ihre Kinder und sind eher genervt. In einem gesunden Rudel übernehmen Rüden und die jüngste Hündin die weitere Erziehung. Wenn das ausfällt, fehlt tatsächlich etwas!

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  3. Leider habe ich den Eindruck, dass gerade Hundeschulen oder -trainer da einen großen Anteil dran haben. Viele Hunde haben einen Terminplan wie ein Spitzensportler. Agility, Dogdance, Docscooter, carnicross und danach zum Mentrailing, aber mal Hund sein mit ihrem Menschen einfach spielen und noch mehr mit anderen Hunden frei toben, das dürfen die nicht. Nichts gegen diese Hundesportarten, machen wir auch, aber mein Hund entspannt vor allem mit seinen Kumpels.

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  4. Ist es nicht aber so, das man früher Hunde die irgendwie „auffällig“ waren sofort eliminiert hat? Das kommt heute nicht mehr in Betracht, aber Niemand bedenkt, dass man noch vor 40 Jahren die Probleme auch nicht gelöst hat sondern den Hund „unauffällig“ beiseite geschafft hat. Ich erinnere mich an solche Aussagen. Selbst Jan Fennel hat davon in ihren Büchern berichtet. So kann man also diese Zeitläufe nicht miteinander vergleichen. Aus der Pferdehaltung kenne ich Gleiches. Früher gab es am Ende des Jahres einige Kategorien im Stall bei den großen Züchtern: Das Beste blieb in der Zucht. Das Zweitbeste kam in den Sport zu Privatleuten. Das mittlere Segment ging zum Militär und der Rest ging ohne Gegenrede in die Wurst. Das garantierte eine straffe Auswahl und heute bekommt fast jedes dieser Tiere -jedenfalls die weiblichen – noch ein Fohlen…. Es sollte mich wundern, wenn es beim Hund anders wäre. Das hört sich sicher für heutige Gutmenschen brutal an, aber damals hätte Niemand widersprochen. Ich bin mir bewusst, dass das nun einen shitstorm nach sich ziehen könnte, aber es stimmt nunmal! Es war so. Daher gab es weniger Probleme sicher aber nicht, weil man damals besser mit dem Hund umgehen konnte. Aber den Dackel, der ein Kind in den Arm biss, weil es ihm eine Wurstpelle reichen wollte, den gab es auch damals, und: jede Gesellschaft bekommt die Tiere, die sie spiegeln.

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    1. Da hast Du sicher Recht. Ich erinnere mich an Fälle, wo der Hund von heut auf morgen verschwunden (eingeschläfert) war und der nächste Hund geholt wurde. Das ist heute so zum Glück nicht mehr möglich.
      „Besser umgehen“ konnte man, nach dem heutigen Wissensstand sicher nicht. Aber man ist intuitiver und auch ehrlicher mit den Hunden umgegangen.

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      1. Ein großes Problem sind doch auch die Billigwelpen….da brauen wir doch gar nicht weiter reden wie die sozialisiert würden..nämlich gar nicht…dann Transport und dann sollen die ach so süßen Hündin funktionieren….spätestens in der Pubertät knallt es…es gibt einfach zu viel unkontrolliert angeschafft Hunde……

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      2. Das stimmt sicher auch, Billigwelpen sind noch mal ein Thema für sich. Aber es fällt mir ganz häufig gerade bei den Hunden auf, die gezielt beim Züchter ausgesucht wurden, sich wochenlang auf den Hund vorbereitet wurde. Die Menschen haben sich tausend Gedanken gemacht und letztlich können diese Hunde Sitz, Platz, Fuß. Aber wehe Du musst den Hund mal bürsten oder er muss 5 Minuten an ein und der selben Stelle warten.

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    2. Da ich vor 40 Jahren auch schon gelebt habe und auch schon ein wenig denken konnte, kann ich aus eigenem Wissen bestätigen, dass es so war. Mir fallen auf Anhieb 3 Hunde ein, einer hat zu viel gebellt, einer hat sich von seiner Kette losgerissen und Hühner erlegt und einer wurde nicht der geeignete Viehhund, den man haben wollte. Sie alle mussten sterben, in Deutschland. So, diese Art von Problemlösung steht also heute nicht mehr zur Verfügung. Dann gab’s auch damals nicht so verbreitet die anspruchsvollen Hunderassen wie Border Collie und Weimaraner, die heute jeder Hinz und Kunz haben möchte, ohne zu wissen, was er da tut. Und drittens hatten die meisten Hunde entweder mehr Freiheit als heute und durften einfach unbeaufsichtigt draußen rumlaufen, wie sie Lust hatten, da kann man als Hund auch schön entspannt sein. Oder sie waren den ganzen Tag an der Kette und konnten somit nicht viel verkehrt machen. Ich kann aus meiner Erfahrung nicht bestätigen, dass irgendwer früher besser (natürlicher) mit den Hunden umgegangen ist.

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  5. Läuft es bei Kindern nicht oftmals genau gleich? Frust aushalten, ein Nein akzeptieren….etc etc? Doch die Buchhandlungen sind voll mit Ratgebern….. Klare Regeln und Aufgaben – und die dann aber auch durchziehen, ohne Wenn und Aber – ist zwar anstrengend aber es lohnt sich. Bei Kind wie auch Hund 🙂

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    1. Der Vergleich kommt tatsächlich oft. Auch bei Kindern scheint etwas gewaltig in die falsche Richtung zu laufen. Warum ist es nur so schwer Regeln und Grenzen einzuhalten? Vermutlich ist es schlicht weg zu unbequem :/

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  6. Schön geschrieben!

    Auch wir haben täglich mit solchen dressierten Tieren zu tun, die den ganzen Tag völlig grenzenlos aber in einer gestressten Erwartungshaltung auf das nächste Leckerli, Spielzeug oder Lob durch den Alltag rennen.

    Führung, klare Kommunikation, Respekt (und damit auch Vertrauen) fehlen heute leider sehr oft…

    Dressieren ist halt oft einfacher als Kommunizieren…

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  7. In meinen Augen beginnt die Ursache schon bei der modernen Einordnung als „Partner Hund“. Ein Hund ist kein Partner und schon gar kein Partner-Ersatz. Er ist und bleibt ein Haustier. Ein Tier also, mit dem man nicht diskutieren kann, sondern das klare Ansagen und Grenzen braucht. Ich rede von Konsequenz, einer Eigenschaft, die viel zu vielen Hundehaltern fehlt. Und bei mangelnder Konsequenz, bei Undurchsichtigkeit, bei schwammigen Rangordnungsverhältnissen wird der Hund unsicher und gestresst. Was natürlich in Krankheit und/oder Fehlverhalten resultieren kann.

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    1. Leider ist deine Aussage ziemlich mittelalterlich! Wenn ich hier schon wieder die Mär von der „Rangordnung“ mit dem Menschen lese. Das ist doch schon längst widerlegt, dass es eine Rangordnung zwischen unterschiedlichen Lebewesen nicht gibt!!
      Du bist einer, der sich dem Fortschritt in der Erkenntnis mit dem Umgang des Gefährten Hund verweigert! Warum? Warum brauchst du einen Hund, bei dem du als „befehlender Chef“ auftrittst? Ja, die domeniszierten Hunde wollen vom Menschen geführt werden und suchen deshalb auch den Kontakt zum Menschen! GEFÜHRT werden!! Mit deiner veralteten Einstellung von konsequentem, einschränkenden Befehlen bekommst du weder einen sicheren Hund hin, noch die eventuell auftretenden Probleme, die oben angesprochen wurden, beseitigt!

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      1. Nachtrag:
        @ BE SENF TIGER
        Genau zu diesem Thema „Ich Chef, du Sklave“ habe ich doch oben etwas geschrieben! Bitte mal sorgfältig durchlesen. Ich schreibe nicht von befehlen und gehorchen! Das funktioniert nur mit einem Frustendergebnis. Letztendlich auf beiden Seiten, beim Hund, wie auch dann beim Halter.
        Der Hund will von uns Menschen „geführt“ werden. Und das funktioniert nicht mit Ihrer oben erwähnten Einstellung im Kopf!

        @HUNDEWERK
        Ihr Zitat: „Ein guter Chef, versklavt seine Mitarbeiter nicht. Er hat es überhaupt nicht nötig Druck und Frust aufzubauen. Trotzdem hören die Mitarbeiter auf ihn, schenken ihm und seinem Unternehmen ein Stück Lebenszeit. Dafür können sie aber auch Sicherheit und ein Auskommen erwarten „
        Ich sage: nicht „trotzdem“, sondern „gerade deswegen“!! Wenn Mitarbeiter in dieser Art behandelt/geführt werden und als gleichwertiger Partner akzeptiert werden, ist doch die Motivation voll da! Mit dieser Bereitschaft, sich für den Chef einzusetzen klappt auch die Zusammenarbeit mit ihm. Es gibt dann auch keinen Grund GEGEN den Chef zu agieren.
        Übertragt das mal auf den Hund… 😉
        Hier ist also kein Mensch, der sich wie ein Fähnchen im Wind dreht, sondern einer, der ein konstantes Verhalten aufzeigt, die den Mitarbeitern Sicherheit gibt.
        Übertragt das mal auf den Hund… 😉

        Ihr Zitat: „Klare Grenzen setzen…hört sich ersteinmal schlimm an – da gebe ich Ihnen recht – aber hier geht es um Verlässlich- und Verbindlichkeit, das schafft Vertrauen.“
        Aber nicht durch befehlsmäßige, klare Grenzen!! DAS schafft eben diese Probleme, von denen alle erzählen. Verlässlichkeit und volles Vertrauen schafft man nicht durch Befehle, sondern durch ein konstantes Verhalten.
        Auch bei uns war das so! Ich habe diesen Sinneswandel durchgemacht, die neue Einstellung angeeignet. Meinen Hund mit dieser Einstellung und neuem Konzept „neu erzogen“. Und siehe da, die großen Probleme sind plötzlich verschwunden!
        Und nicht nur bei den Hunden! Ich stellte dies auch in meiner Hundegruppe fest, da ich meine neue Einstellung auch auf die Mitglieder übertrug. Ich also nicht als „bestimmender (befehlender) Chef“ dastehe. Die Mitglieder sind gleichwertige Personen, denen ich eine Mitentscheidung, eine Mitgestaltung anvertraue.
        Das dieses Chefgehabe so krass in den Köpfen der Leute steckt, merke ich immer wieder, weil es oft vorkommt, dass Mitglieder mich als Chef sehen und so titulieren.
        So krass steckt diese klassische Erziehung auch in den Köpfen der meisten Hundehalter – wie auch kann das auch anders sein, wenn man Jahrzehnte lang „NUR DAMIT“ konfrontiert wird!

        Zitat von Inrid Blum: „Diese Denkweise muss allerdings zuerst noch ankommen und als «normal» eingestuft werden.“
        Ja, genau das ist die Schwierigkeit! Weil die ganze Maschinerie auf diese alte klassischen Schiene aufgebaut ist und kaum einer die Scheuklappen ablegt. Ablegen will! Gerade bei den Hundetrainern ist das so. Wie oft sind genau diese Personen, mit denen ich die dicksten, teils unter die Gürtellinie gehende Diskussionen habe. Müssten sie doch ihre Hundeschule erst mal schließen, um sich das neue Konzept anzueignen, zu verinnerlichen. Noch dazu die Angst davor, dass denen die „Kunden“ mit den Problemhunden abhanden kommen und profitablen die Einnahmequellen entfallen. Denn die neue Einstellung ist in weiten Teilen völlig könträr zu der klassischen und nicht kompatibel.

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  8. Wir verlieren nicht das Gefühl für den Hund, sondern für uns selbst. Ich sehe das Problem ein Stück anders: Die (Menschen-)Welt hat sich verändert. Ich beobachte das beschriebene Hundeverhalten zuvorderst beim Menschen. Die Gesellschaft stumpft immer mehr ab, wird dünnhäutig – dahinter stecken sicher Ängste – und verhält sich immer und immer explosiver. Wir Menschen haben einen Mechanismus, der dem Hund gleich ist – Schlechte Gefühle führen zu schlechtem Verhalten. Der Unterschied ist, dass wir uns schon durch Gedanken an die Zukunft und Erinnerung der Vergangenheit schlechte Gefühle und somit mieses Verhalten in der Gegenwart machen können. Darin sind wir Meister. Na ja, wie soll ein Menschenhirn auch etwas anders lernen, wenn es in Unternehmen im wesentlichen durch Druck zum „funktionieren“ gebracht wird? Wie solle es etwas anderes lernen, wenn es durch die Medien nur noch negative Bilder sieht, weil diese besser verkauft werden? Ne Art zu denken, ist ne Art ne Art zu denken – egal ob wir Menschen Menschen vor uns haben oder Hunde. Mit beiden Wesen werden wir entsprechend strukturell umgehen (Empathie, Motivationsmodell, usw.). Mich wundert es überhaupt nicht, dass Hunde heute so gesehen werden…

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    1. Ich glaube wir sehen das Problem beide sehr klar. Ich beobachte auch immer wieder diese Angst und frage mich woher sie kommt. Aber genau diese Unsicherheit geben wir weiter. Was soll ein Hund auch davon halten, wenn der Mensch unsicher um ihn herum schleicht und nicht mehr klar und verbindlich in seinem Handeln ist?

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      1. Woher sie kommt? Letztendlich aus unserem Kopf. Und reingesteckt wird Sie dadurch, dass wir uns mit den falschen Dingen beschäftigen und die Medien tun ihr übriges. Das Hirn des Menschen wird genauso „programmiert“, wie das des Hundes. Man muss nur häufig genug gezeigt bekommen, dass man mit einer VW Käfer in einen Haufen Italienischer Tomaten fahren könnte. Irgendwann wird das Hirn (unterbewusst) glauben, dass es jeden Moment soweit sein kann. Und irgendwann wird man auch glauben, dass die Versicherung hilft. Da steckt ne Struktur dahinter: Mach den Menschen klar, dass dieser Planet tausend gesfahren birgt und verkaufe ihnen dann eine Lösung.

        In dem Umgang mit Hunden ist das nicht anders. Es gibt ne Menge „Bestien“, die mit dem entsprechenden Training-Konzepten und Hilfsmitteln bändigen kann.

        Die Frage, die ich mir immer Stelle, wenn ich den einen oder anderen Artikel lese: Wer verdient mit dem Schei***?

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  9. Wieder so ein Artikel lieb geschrieben ohne Rechtschreibfehler nur inhaltlich hohl.Leider ist der Hund als Haustier zur Modeerscheinung verkommen wenn nicht sogar als Kinder/Partnerersatz deshalb auch keine oder wenig konsequente Erziehung. Was mich viel nachdenklicher Macht ist die Tatsache das öffentlich über verschlampte Erziehung diskutiert wird.Leute es ist ein Spiegel unserer Zeit seht euch mal unsere Jugendlichen an (viele werden sagen Schei.. Vergleich ,aber ..) Repektlos,antriebslos,possergehabe alles resultierend aus einer vernachlässigten Erziehung nur das das unsere Zukunft ist im Gegensatz zum Haustier. Ps. Ich hab selbst 2 Hunde

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  10. Ich erziehe meinen jeweiligen Welpen mit liebevoller Geduld, aber absoluter Konsequenz. Ich kann einem Hund keine Ausnahme erklären, darum gibt es keine! Was mein Hund können soll, übe ich täglich, bis es zuverlässig klappt und zwar in allen möglichen Situationen. Mit ca 3 Jahren ist bei mir ein Hund so erzogen, dass er/ sie überall frei laufen kann, ohne Menschen oder Tiere zu belästigen oder zu gefährden und sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Ich verlange sehr viel von meinem jeweiligen Hund! Aber ich gebe mich auch viel mit meinem Hund ab. Mein Hund ist weder Partner- noch Kindersatz, sondern darf, nein soll ganz Hund sein. Meine Beobachtungen sind, dass viele leider schlicht zu faul und/oder inkonsequent sind, um ihren Hund zu erziehen. Damit nehmen sie ihm die Möglichkeit auf Freiheit oder ihr Hund wird zur Belästigung für andere oder sogar für sie selbst.

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  11. Bei aller Erziehung wird das wichtigste vergessen: Ruhe! Hunde verschlafen rund 20 Stunden des Tages … wenn man sie läßt! Wie Menschen mit Schlafentzug reagieren wissen wir. Sind Hunde aber gereizt und unwillig, dann sind sie schlecht erzogen und brauchen noch ein paar mehr Einzelstunden auf dem Hundeplatz. Die Spirale dreht sich weiter ….

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  12. Interessanter Text! Ob der wohl da draussen „gehört“ wird? 😉

    Wie sollen Menschen, die das Gefühl für sich selber verloren haben, das Gefühl für andere Wesen haben?
    Wie können Menschen, die aggressiv, ängstlich oder hysterisch re-agieren => die folglich immer noch ihre eigenen Gefühle + Gedanken sind und nicht ihr Bewusstsein, Hunden Halt und natürliche Führung geben? Wie soll das gehen?

    Mit Schulung, Dressur, Training, Belohnung und Bestrafung am Hund? Echt jetzt? Das Ergebnis davon darf jederzeit selber beobachtet werden.

    Was also ist zu tun?
    Elisa☀️🌹

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  13. Bei dem Teil, „sie können so perfekt sitz,platz….dass ich neidisch werden könnte“, mußte ich kurz schmunzeln!Und dann ist mir wieder enorm klar geworden, wie sich die Prioritäten immer mehr festigen- jedenfalls war es bei mir so-,wenn man intensiv mit Menschen und Hunden arbeitet: Das Sozialverhalten festigen, Unstimmigkeiten sofort klären, stabile Grenzen aufzeigeb, Zusamnenhalt und Verantwortung Ritualisieren ,dass ist wichtig, nicht der der Tricktrainingclown….Aber wie immer kann man den Stand des Hundes und der Kinder ambivalent miteinander vergleichen.Was das Ritalin unserer Kinder, ist die Euthanasie unserer Problemhunde! Traurig und zugleich zum Kotzen 🤢🤢🤢

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