Wilson der AntiAussie

Wilson – Der AntiAussie – Teil 13

Peinlich, peinlich dieses Müdi…: Die Sache mit dem Wasser

Die soziale Verträglichkeit (m)eines Müdis mit Artgenossen ist ein weiteres spannendes Thema, das es gesondert zu besprechen gilt.

Wilson ist bei der Auswahl seiner Freunde sehr genau, was ich grundsätzlich nicht verwerflich finde – man muss ja nicht jeden mögen! Seine Freunde müssen mit ihm raufen und laufen können und seine ruppige Spielweisen zu schätzen lernen. Hat ER sich dann einen Kumpel ausgesucht, kann der im Grunde alles mit ihm machen. Ein schönes Beispiel ist sein Freund Loui, der sich gut und gerne einen ganzen Spaziergang lang damit beschäftigen kann, Wilson ins Ohr zu bellen und ihn zum Spielen zu animieren, was das Müdi komplett akzeptabel und  wahrscheinlich sogar irgendwie liebenswert findet.

Bei Hunden, deren Bekanntschaft er noch nicht gemacht hat und auf die er dann erstmalig trifft, ist die Sache mit der bedingungslosen Akzeptanz übergriffigen Verhaltens eine andere Angelegenheit. Wobei ich an dieser Stelle einschränkend erwähnen muss, dass sein 4jähriger Aufenthalt in Sonjas Rudel als Nummer 4 und Gar-nichts-zu-sagen-Haber sowie das Mitlaufen in Tausenden Gehorsamskursen, sein Verhalten maßgeblich verbessert haben. Jedenfalls ist er bei Hundekontakt im Grunde doch ganz Hütefix und mag ganz besonders wenig distanzlose Liebesraketen in Form von allen Hunden, deren erster Kontakt mit Artgenossen eben nicht höflich und von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet ist. Da ist Herr Wilson dann leider gar nicht tolerant und rastet(e) gerne mal ohne jede Vorwarnung aus, ganz nach dem Motto „Wie kannst du es wagen, mich SO anzuquatschen?!“. So weit so berechenbar. Das ist natürlich kein erwünschtes Verhalten, allerdings für den Halter einigermaßen vorhersehbar und damit abzuwenden. Dabei bleibt es natürlich bei einem Müdi nicht. Es gibt Einschränkungen und Überraschungen, sonst wäre das ja langweilig.

Da wäre die Sache mit der schlechten Laune. Mein Hund hat dann und wann so Tage, an denen er einfach mies drauf ist. Das kann er natürlich nicht kommunizieren, wie wir das so tun. Bei ihm zeichnet es sich dadurch aus, dass sich seine Toleranzgrenze akzeptabler Verhaltensweisen von Artgenossen stark verschiebt. Das kann dann auch gut und gerne heißen: „Wie kannst du es wagen, hier einfach dumm rumzustehen?!“. Das macht ein entspanntes Spazierengehen und den Hundekontakt zu Fremden etwas schwieriger.

Für mich war das Jahre lang ein hoher Stressfaktor. Aber ich habe gelernt, unerwünschte Vorfälle dieser Art vorzubeugen, indem ich das Müdi versuche zu lesen und andere Hundebesitzer in Gruppen darauf hinweise, dass mit Wilson nicht bedingungslos gut Kirschen essen ist. Ich stoße damit bei neuen Hundebekanntschaften und gemeinsamen Spaziergängen immer auf Verständnis von allen Seiten, damit kann man umgehen, das versteht man, wenn man Hundebesitzer ist. Doch kommen wir dann zufällig zu einer Wasserstelle beliebiger Art, macht das Müdi mich dann lächerlich und jedes Verständnis für meine Vorwarnung zunichte. Denn – und hier kommt eine weitere Einschränkung – jede schlechte Laune, jede nicht akzeptable Übergriffigkeit anderer Hunde verliert für das Müdi an Bedeutung, wenn es Wasser sieht. Da wird der Labrador zum best Buddy, denn der planscht und spielt und rauft und liebt dann genauso, wie Herr Wilson sich das wünscht.

„Aber der ist doch total lieb und spielt voll gerne mit anderen?!“, ertönen dann die verwunderten Nachfragen der Teilnehmer. Was soll ich denn dazu sagen? Ich schüttele dann nur meinen Kopf, denn „Die Wege einen Müdis scheinen unergründlich.“ Aber mal im Ernst, was soll ich denn antworten, wenn mir jemand mit einem verrückten „Ich-liebe-jeden-Hund“ entgegenkommt und mich fragt: „Ist der verträglich kann ich laufen lassen?“, vielleicht:„Sehen Sie einen Bach? Wenn nicht, müssten wir gucken, mit welcher Pfote mein Tier aus dem Körbchen gekommen ist?“Peinlich, peinlich dieses Müdi….

 

Autor: Mira Weidhaas

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