Welpenschutz gibt es doch…

…nur nicht so, wie die Meisten sich Welpenschutz zunächst vorstellen.

„Das ist ein Welpe, der hat noch Welpenschutz“. Welcher langjährige Hundebesitzer kennt diese Aussage nicht? Entweder sehr selbstbewusst und zuversichtlich vom Welpenbesitzer entgegen gerufen, wenn der tapsige Welpe in Richtung des wenig begeisterten, erwachsenen Hundes läuft. Oder anklagend und panisch, wenn sich der genervte, erwachsene Hund auf den Welpen gestürzt hat.

Einen pauschalen Welpenschutz gibt es nicht. Insbesondere nicht in der glorifizierten Vorstellung, dass Welpen einfach alles dürfen und kein anderer Hund sie dafür maßregelt. Sozusagen antiautoritäre Erziehung in reinster Form. Diese absolute „Narrenfreiheit“ genießt ein Welpe nicht.

Welpenschutz innerhalb der Familie

Einen gewissen Schutz erhalten Welpen innerhalb ihrer Familie, also bei Hunden, die mit ihnen verwandt sind. Miteinander verwandte Tiere töten sich (meistens) nicht und gehen ein wenig nachsichtiger miteinander um, schließlich muss man sich auch morgen noch in die Augen schauen können und miteinander leben. Außerdem hat die Familie viel Energie und Mühe in die Aufzucht des Nachwuchses gesteckt. Den bringt man nicht Mini_rechtseinfach wieder um (auch hier gibt es Ausnahmen). Dieser Schutz entsteht auch dadurch, dass die Welpen von klein auf lernen sich in der Familie adäquat zu verhalten. Sie lernen schon sehr schnell sich unterwürfig zu zeigen und im Ernstfall deeskalierend zu agieren, so dass es zu keinen ernsthaften Zwischenfällen kommt. Zu guter Letzt werden Welpen innerhalb der Familie noch nicht als wirkliche Konkurrenz angesehen. Auch das bietet ihnen einen gewissen (Welpen-) Schutz.

Fremde Hunde haben keinen Grund den Welpen zu schützen

Doch auf Spaziergängen treffen sich in der Regel Hunde, die keinerlei verwandschaftliche Beziehung zueinander haben. Oft sogar überhaupt keine Beziehung, sich also noch nicht einmal kennen. Daher ist es völlig normal, wenn ein nerviger, kleiner, grenzüberschreitender Welpe von einem anderen Hund angeknurrt oder gemaßregelt wird.

Ein gut sozialisierter Welpe hat gelernt sich entsprechende zu verhalten und kann ernsthaften Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen. Ein gut sozialisierter erwachender Hund kann den Welpen, ohne großen Schaden anzurichten in seine Schranken weisen.

Welpen brauchen Grenzen

Den größten Fehler, den Ihr machen könnt, ist Euren Welpen in Watte zu packen und jeglichen Konflikt mit erwachsenen Hunden zu unterbinden. Besonders dann, wenn dieser erwachsene Hund Euer eigener ist. Sozial kompetente Hunde werden Euren Welpen gut erziehen und auch ihm soziale Kompetenz mit auf seinen Lebensweg geben. Natürlich kann es dabei auch einmal etwas rauer zu gehen.

Erziehung nicht verhindern

Wilson der AntiAussieOft wird diese Erziehung durch erwachsene Hunde verhindert. Entweder weil im Kopf der Ersthundebesitzer der „Welpenschutz“ rumgeistert und daher schon ein Knurren des erwachsenen Hundes als unangebrachte Aggression gedeutet wird. Oder der Hundehalter des erwachsenen Hundes unterbindet den Kontakt zum Welpen, da er die Folgen scheut, wenn sein Hund dem Jungspunt mal seine Grenzen aufzeigt.

Beide Seiten sind zu verstehen und es ist einfach menschlich seinen Welpen zu schützen. Einen Gefallen tuen wir weder unserem Welpen noch uns selber. Denn dieser lernt nicht sich sozial adäquat zu verhalten, was im erwachsenen Alter zu großen Problemen KönigLuckyführen kann. Vielmehr steht der Welpe, so lange er klein und süß ist, immer in unserem Fokus, wird beschützt und gehätschelt, lernt nie seine Grenzen kennen und auch nicht sich angemessen unterzuordnen. Das wird spätestens dann, wenn der heranwachsende Jungspund sich mehr Rechte raus nimmt, zu einem ernsthaften Problem.

Qualität vor Quantität

Trotzdem gilt Qualität vor Quantität. Ein sozial kompetenter Hund kann für Euren Welpen und seine Erziehung ein Gewinn sein. Ein Hund, der eventuell in seiner sozialen Interaktion massive Defizite aufweist, kann für den Erfahrungsschatz Eures Hundes katastrophal sein.

Daher lasst Euren Hund nicht wahllos zu jedem anderen Hund laufen,  um soziale Kontakte zu zulassen, sondern wählt mit Bedacht und tauscht Euch mit dem anderen Hundebesitzer vorher aus und fragt nach, ob der Kontakt erwünscht ist.

Zusammenfassung

  • innerhalb der eigenen Familie, genießen Welpen einen gewissen Schutz
  • unterwürfiges und deeskalierendes Verhalten schützt den Welpen
  • von gut sozialisierten Hunden lernen Welpen adäquates Verhalten
  • qualitativ hochwertige Kontakte herbei führen

 

Autor: Sonja Stammer

 

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3 Gedanken zu “Welpenschutz gibt es doch…

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