Stubenreinheit

Stubenreinheit ist für fast alle Hundebesitzer ein Thema. Gerade wenn ein Welpe einziehen soll, doch auch bei erwachsenen Hunden kann mangelnde Stubenreinheit ein Problem darstellen.

Immer noch geistert ein Mythos durch die Hundewelt: Einen Welpen oder einen nicht stubenreiner Hund muss man mit der Nase in seine Hinterlassenschaft drücken, um ihn stubenrein zu bekommen. Das ist ein Irrtum und sollte NIEMALS gemacht werden!

Dass eine Pfütze auf dem Wohnzimmerteppich oder der Haufen in der Diele keine freudige Überraschung ist, versteht sich von selber. Auch, dass wir unserem Hund erklären müssen, dass dieses Verhalten nicht geduldet wird. Doch hier hilft nur Geduld und Ausdauer und keine sinnlose Maßregelung des Hundes.

Ein Welpe kann, genau wie ein Baby, seine Schließmuskulatur noch nicht kontrollieren. Wenn er muss, dann muss er sofort, egal wo er sich gerade aufhält. Maximal schaut er sich noch nach einem geeigneten saugfähigen Untergrund um und das kann auch einfach der nächste Teppich oder Badezimmervorleger sein. Wenn der Welpe vom Züchter kommt hat er im günstigsten Fall schon gelernt, dass es ein „Draußen“ gibt, wo man sich am besten lösen kann. Im ungünstigsten Fall hat der Welpe nur ein „Drinnen“ kennen gelernt und sich in einer Ecke seines Welpenauslaufs/Zimmers gelöst.

Mangelnde Stubenreinheit betrifft jedoch nicht nur Welpen, sondern auch oft Hunde, die im Zwinger oder Tierheim aufgewachsen sind. Sie haben meist gelernt, dass man sich nicht dort löst, wo man schläft. Doch schon das nächste Zimmer kann von ihnen als Toilette missbraucht werden.

Mit 7 Schritten zum Erfolg:

1. Nicht Schimpfen oder Strafen

Oberstes Gebot, es wird nicht geschimpft und auch Strafen sind dem Training nicht dienlich. Sie (zer)stören eher die Beziehung zwischen Euch und Eurem Welpen, denn dieser kann sein Missgeschick und die Strafe nicht in Zusammenhang bringen. Der Mini_rechtsWelpe lernt nur, dass ihr „gefährlich“ seid, bzw. dass es gefährlich ist sich vor Euch zu lösen. Im schlimmsten Fall wird er sich gar nicht mehr vor Euren Augen lösen, sondern immer den Moment abwarten indem ihr nicht anwesend seid oder zumindest nicht hinguckt. Das würde ein Lösen während des Spazierganges natürlich beträchtlich erschweren. Also nicht schimpfen oder strafen, egal wie oft es schon schiefgegangen ist. Wir brauchen Geduld und Ausdauer.

2. Planen

Macht Euch Gedanken, wo Euer Hund in Zukunft sein Geschäft verrichten darf. Nur auf Spaziergängen oder auch im Garten? Im Garten vielleicht nur an einer bestimmten Stelle? Soll Euer Hund zukünftig nicht in den Garten machen, dann ist es nicht sinnvoll in der Welpenzeit den Garten als Hundetoilette zu nutzen, auch wenn es sehr viel bequemer ist. Soll er zukünftig nur einen bestimmten Bereich im Garten zum Lösen nutzen, dann zeigt ihm von Anfang an auch nur diesen Bereich.

3. Malheur verhindern

Zu Beginn müssen wir unseren Welpen immer gut beobachten. Hierbei kann es helfen, ihn räumlich zu begrenzen. Wenn er im gesamten Haus umher rennen kann, wird es Euch um einiges schwerer fallen den Hund im Auge zu behalten.
Zeigt er Anzeichen, dass er sich gleich lösen möchte, dann wird er sofort auf den Arm oder an die Leine genommen und nach draußen zu der Stelle gebracht, an der er sich lösen darf.

Nun kann es passieren, dass Ihr mit Eurem Welpen draußen wart, er sich aber nicht gelöst hat. Entweder, weil er zu abgelenkt, das Wetter zu ungemütlich, der Boden zu nass war oder weil er schlicht noch nicht musste. Dann müsst Ihr ihn zuhause genaustens im Auge behalten, damit Ihr den Moment nicht verpasst, indem er sich doch lösen möchte.

4. Anzeichen erkennen

Anzeichen eines bevorstehenden Geschäfts können sein:

  • Suchend umherlaufen
  • Sich auf der Stelle drehen
  • Schnüffelnd hin- und herlaufen
  • Zur Tür schauen oder laufen
  • Winseln, Fiepen
  • Aktiv herumlaufen

Keine Angst mit der Zeit lernt auch Ihr die Vorzeichen Eures Hundes richtig zu deuten. Nicht nur Euer Welpe lernt, für Euch ist das ja auch neu!

5. Managment

Außerdem achtet Ihr darauf in was für zeitlichen Abständen der Welpe sein Geschäft erledigt. Das kann zu Beginn alle halbe Stunde sein und sich dann langsam immer weiter ausdehnen. Diese zeitlichen Abstände nutzt ihr, um mit Eurem Welpen raus zu gehen, bevor er schon weiß, dass er muss seid Ihr mit ihm schon unterwegs. Hier ist ein Küchentimer hilfreich, damit Ihr die Zeit nicht vergesst.

Zusätzlich geht Ihr mit dem Welpen raus, direkt nach dem:

  • Ruhen/Schlafen
  • Toben/Spielen
  • Fressen

Ja, das ist am Anfang eine richtige Rennerei, aber ich kann Euch beruhigen es wird sehr schnell einfacher.

6. Loben

Wenn sich der Welpe draußen löst, lobt Ihr ihn. Dabei müsst Ihr ein wenig mit Fingerspitzengefühl rangehen. Denn zu viel Lob, könnte den Welpen so sehr ablenken, dass er sein Geschäft abbricht. Zu wenig Lob, hat aber auch keinen Effekt. Aber auch hier keine Angst! Ihr wachst mit Euren Aufgaben und werdet das richtige Maß an Lob für Euren Welpen schnell herausfinden. Wichtig ist, dass ihr Euch freut und das auch zeigt, so dass Euer Welpe lernt, dass es sich lohnt sein Geschäft draußen vor Euren Augen zu machen.

7. Durchhalten

Sollte es drinnen dann doch mal vorkommen, dass ein Malheur passiert und das wird passieren, wird dieses kommentarlos beseitigt.  Schaut zu, dass Ihr die Stelle gut reinigt, damit Euer Welpe sie nicht zukünftig immer wieder als Toilette benutzt. Gestraft wird auf keinen Fall, denn der Welpe – der in der Zwischenzeit vielleicht schon wieder geruht, gespielt und gefressen hat, also zig andere Dinge erlebt hat – kann keinen Zusammenhang zwischen Strafe und seinem Grundbedürfnis herstellen.

Es kann auch durchaus passieren, dass Euer Welpe schon einige Tage nicht mehr in die Wohnung gemacht hat und plötzlich passiert doch wieder ein Malheur. Lasst Euch nicht entmutigen! Das ist normal. Wo es Fortschritte gibt, gibt es auch mal wieder Rückschritte. Dranbleiben weitermachen! Wenn Ihr Kinder habt, wisst Ihr wie oft es nach der Windel, doch nochmal in die Hose gegangen ist. Beim Welpen ist das nicht anders.

Mein letzter Welpe hat mich schier wahnsinnig gemacht. Die Kleine ist Ende Januar zu mir gekommen in einem besonders kalten Winter (-20°C über Wochen), dadurch war sie bei der Beagle_linksZüchterin noch nie draußen gewesen und hatte all ihre Geschäfte immer schön bei Zimmertemperatur gemacht. Was soll ich sagen, genau das wollte sie auch so beibehalten. Draußen im Kalten, Fehlanzeige. Ich bin mit ihr Stundenlang durch die Gegend gelaufen und sie hat sich nicht einmal gelöst. Aber in dem Moment, indem wir nach drinnen in die geheizte Wohnung kamen ließ sie laufen (mit einem sehr zufriedenen Gesichtsausdruck). Aber auch dieser Welpe hat mit Geduld und ganz viel Durchhaltevermögen gelernt, dass man nicht ins Haus macht.

 

 

Autor: Sonja Stammer

 

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8 Gedanken zu “Stubenreinheit

  1. Ich hätte dazu eine Frage:
    Meine kleine ist fast 2 (sie kam mit 6mon. zu mir) und macht unregelmäßig (spätestens alle 2tage) immer noch in die Wohnung. Oft auch direkt nach dem Spaziergang obwohl sie draußen schon verrichtet hat. Oder nachts in ihre Box. Zeigt auch kaum bis gar nicht an. Wir haben alle oben genannten Tipps von Anfang an durchgeführt, aber es ändert sich nichts. Was kann ich tun?
    Lg

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    1. Hallo Stef,
      zunächst müssen wir klären ob es sich tatsächlich um einen Hund handelt der nicht stubenrein ist. Daher habe ich noch eine Menge Fragen: Habt Ihr sie dabei beobachtet, wie sie in die Wohnung/Box macht? Macht sie viel oder eher nur einige Tropfen? Handelt sich wirklich um eine Unsauberkeit oder doch eher markieren? Ist das Problem beständig oder zu bestimmten Zeiten vermehrt? Wie groß ist der Hund, wie groß die Box? Liegt evt. ein medizinisches Problem vor?

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      1. Sie ist eine 2j Papillon-Hündin und etwas zu klein geblieben. Die Box ist schon eine der größeren, so das sie auch Platz hat.
        Beobachtet hab ich sie dabei nachts noch nicht, seh es nur morgens (sie ist nur nachts darin).
        Wenn sie tagsüber rein kotet oder uriniert ist es wirklich kein markieren, dafür ist es zuviel und es passiert jeden Tag spätestens jedoch jeden zweiten/dritten Tag..an manchen Tagen hab ich das Gefühl sie wartet bis wir wieder Zuhause sind. Sie weiß auch das sie es nicht soll..trollt sich hinterher gleich auf ihren Platz.
        Das einzige was es gesundheitlich sein könnte ist: sie wird ständig läufig und hat schon leichte Gebärmutterentzündungen..soll jetzt kastriert werden. Ansonsten ist sie gesund.

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      2. Hallo Stef, schau mal, dass die Box nicht zu groß ist. Wenn sie so groß ist, dass sie bequem in der einen Ecke schlafen und in der anderen Ecke ihr Geschäft verrichten kann, wird sie sich natürlich nicht melden.
        Ein weiterer Tipp, bzw. eine Aufgabe für Dich: Bitte versuche herauszufinden, was an den Tagen anders ist an denen sie sich nicht draußen löst. Ist sie da sehr aufgeregt, habt ihr viele Hundekontakte und sie hat keine Zeit für ihr Geschäft, ist das Wetter schlecht…
        Irgendeinen gemeinsamen Nenner wird es geben. Du schreibst ja, dass Du das Gefühl hast, dass sie an diesen Tagen wartet bis ihr wieder Zuhause seid. Finde heraus warum sie das tut.

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