Freifolge – Die Geschicht vom kleinen König Lucky

Traum vieler Hundebesitzer

Freifolge ist die Traumvorstellung vieler Hundebesitzer. Das Folgen ohne Leine und ohne Kommando. Der Hund orientiert sich an Euch und nicht Ihr am Hund.

Die gute Nachricht zuerst: Freifolge ist in jeden Hund serienmäßig eingebaut. Dummerweise haben wir Menschen ein Händchen dafür die Freifolge wieder abzubauen. Wir sind einfach so gestrickt, denn auf unsere Kinder achten wir. Wir lassen unsere Kinder nicht einfach laufen und sie müssen selber sehen, wann wir abbiegen, sonst haben sie das Nachsehen. So sind wir nicht! Was bei unseren Kindern richtig und wichtig ist – ist bei unseren Hunden eine kleine Katastrophe, die uns später das Leben mit diesem Hund deutlich erschwert.

Der kleine König Lucky…

Es beginnt schon in den ersten Tagen, wenn der Welpe bei uns einzieht. Wir lassen ihn noch nicht ohne Leine laufen, entweder weil wir uns nicht trauen, oder weil wir keine Möglichkeit haben (an einer vierspurigen Straße ist es zugegebenermaßen nicht sinnvoll). Unser Welpe – nennen wir ihn Lucky – schleicht hinter uns her. Alles ist so neu und er ist deutlich überfordert von diesen ganzen neuen Eindrücken. Was machen wir? Wir schleichen vor ihm her. Lucky bleibt stehen und setzt sich, wir bleiben auch stehen und warten. Plötzlich entdeckt Lucky eine Wiese und läuft los, wir an der Leine hinterher. Nachdem Lucky die Wiese untersucht und hoffentlich sogar schon sein erstes Geschäft dort gemacht hat, entdeckt er einen Hund und läuft in seine Richtung. Uns immer im Schlepptau. So geht das die Woche über an jedem Spaziergang. Lucky muss sich ja erst einmal einleben. Es ist doch alles so neu für den Kleinen, denken wir.

….und seine Untertanen

Aber was lernt Lucky? Lucky lernt, dass Ihr ihm, dem kleinen König Lucky, folgt. Er gibt vor in welche Richtung es geht und Ihr geht mit. Wenn er stehen bleibt oder sich sogar hinsetzt, bleibt ihr auch stehen. Überhaupt scheint Ihr in manchen Situationen unsicher zu sein. Gut, dass ihr den kleinen König Lucky habt, der Euch jetzt die Richtung vorgibt.
Am Wochenende fahrt Ihr mit der Familie und Lucky zu einem Gebiet, indem Lucky freilaufen kann. Lucky ist mittlerweile deutlich selbstsicherer geworden und geht auf Entdeckungstour, die Familie – sein Volk – läuft hinterher. Lucky verschwindet in einem Gebüsch, die ganze Familie bleibt davor stehen, in Sorge um Lucky. Der hat in der Zeit Spaß und stöbert durch das Gebüsch. Irgendwann schaut er mal aus dem Gebüsch raus und siehe da! Sein Volk wartet auf ihn, König Lucky! Weiter geht es in den Wald, Lucky immer vorne weg, an der Kreuzung läuft er gerade aus. Sein Volk ist sich sicher, dass man hier links abbiegen muss, also läuft sein Untertan hinter König Lucky her und macht ihn auf seinen Fehler aufmerksam. Ihr merkt schon, ich könnte diese Geschichte immer weiterspinnen.

Was lernt der Hund?

Fakt ist so lernt Lucky, dass ihr auf ihn achtet und nicht umgekehrt er auf Euch achten muss. Was bei einem Welpen noch wenig Mühe bereitet, ist bei einem ausgewachsenen, sehr viel schnelleren Hund schon katastrophal. Ihr alle habt sie schon gesehen, die Hunde, die von der Leine gelassen werden und dann erstmal weg sind, ohne einen Blick zurück zu werfen. Wenn Sie fertig sind mit ihrer Tour, kommen Sie wie selbstverständlich zu ihrem Chauffeur Besitzer zurück und lassen sich nach Hause bringen.

Unser Traum von der Freifolge

Unser Wunsch ist aber ein Hund, der frei läuft und mit uns Kontakt hält, indem er zurück blickt und schaut, wo wir sind. Das heißt nicht, dass der Hund an uns kleben muss und nur an unseren Hacken läuft. Wie weit sein Radius ist, ist individuell. Wichtig ist, dass er Kontakt hält und nicht einfach wie selbstverständlich die Richtung vorgibt, sondern stattdessen wartet, für welche Richtung wir uns entscheiden.

Lasst uns mal überlegen, wie das in einer Hundegruppe aussehen würde. Würden die erwachsenden Hunde auf klein Lucky warten, der gerade irgendwo ein Loch buddelt? Nein, sie würden beschließen, dass man geht und dann wird gegangen. Der Nachwuchs hat zu folgen. Lucky hätte also schnell das Nachsehen, wenn er nicht Anschluss halten würde. Er würde allerdings auch gar nicht auf die Idee kommen, dass es möglich ist sein eigenes Süppchen zu kochen. Diese Idee bekommt er erst durch uns eingeimpft.

Wie erreichen wir unseren Traum?

Was ist zu tun? Wie erhalte ich die Freifolge aufrecht?
Ihr erinnert Euch: Die Freifolge ist serienmäßig eingebaut! Also traut Euch schon zu Anfang Euren Welpen frei laufen zu lassen. Natürlich nicht neben der Straße oder auf der Autobahnraststätte, sondern in Gebieten, wo das gefahrlos geht. Nun lauft ihr nicht ständig hinter dem Welpen her, sondern wendet immer mal kommentarlos ab.
Euer Welpe ist unaufmerksam, da er gerade irgendwo schnuppert oder buddelt? Versteckt Euch, so dass Ihr ihn noch beobachten könnt, er Euch aber nicht mehr sieht. Sollte er anfangen Euch zu suchen, dann kommt Ihr kommentarlos aus Eurem Versteck und geht wieder Eures Weges.

Dieses Versteckspiel macht keinen Sinn, wenn Euer Welpe gerade in ein Spiel mit einem anderen Welpen vertieft ist. Oder wenn Ihr mit einer ganzen Gruppe unterwegs seid, denn da wird sich klein Lucky an der Gruppe orientieren.
Läuft Euer Hund an einer Kreuzung einfach wie selbstverständlich weiter und gibt die Richtung vor, werdet Ihr ihm auf keinen Fall folgen, sondern einen der anderen Wege nehmen (auch wenn die Wahl von Lucky die richtige Richtung war!): Kommentarlos! Sobald Euch der Hund wieder überholt, könnt Ihr abwenden und die richtige Richtung einschlagen. Ihr solltet an Kreuzungen immer das Gefühl haben, dass Euer Hund kurz nachfragt: „Geht es heute hier lang?“ und nicht einfach selbstständig eine Richtung vorgibt.

Mit nur minimalem Aufwand in der Welpenzeit, erhaltet Ihr einen Hund der Euch folgt. Wenn ihr Eurem Hund nicht das Gefühl vermittel, er könnte die Richtung vorgeben, dann werdet Ihr wenig Probleme mit der Freifolge haben.

Möchtet Ihr noch mehr wertvolle Tipps, dann bucht unser BasisWerk.

 

Autor: Sonja Stammer

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